Zum Inhalt springen

Ratgeber

DNS-Einträge einfach erklärt, von A-Record bis TXT

Was A, AAAA, CNAME, MX, NS und TXT bedeuten, wann du welchen brauchst und warum Änderungen manchmal Stunden dauern. Für alle, die ihre Domain selbst verwalten.

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026, 7 Minuten Lesezeit

Wohin zeigt meine Domain?Mit dem DNS-Check kostenlos prüfen

Das DNS (Domain Name System) ist das Telefonbuch des Internets. Es übersetzt Namen wie beispiel.at in die Adressen der Server, auf denen Website und E-Mail-Postfächer liegen. Wer eine Domain besitzt, verwaltet dafür eine kleine Liste von Einträgen. Die meisten Fehler bei Umzügen und neuen Websites passieren genau dort.

Wie die Einträge deiner Domain gerade aussehen, zeigt dir der DNS-Check.

Wo die Einträge verwaltet werden

Die Einträge liegen bei den Nameservern deiner Domain. Das ist meist dein Domain-Anbieter, manchmal aber auch dein Hoster oder ein Dienst wie Cloudflare. Welche Nameserver zuständig sind, siehst du am NS-Eintrag. Änderst du Einträge an einer anderen Stelle, haben sie keine Wirkung. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum „nichts passiert“.

Die wichtigsten Einträge

A und AAAA: Wo liegt die Website?

Der A-Eintrag verknüpft einen Namen mit einer IPv4-Adresse, der AAAA-Eintrag mit einer IPv6-Adresse.

beispiel.at.       A      203.0.113.10
beispiel.at.       AAAA   2001:db8::10

Gibt es einen AAAA-Eintrag, muss der Server auch unter IPv6 richtig antworten. Sonst funktioniert die Website für einen Teil der Besucher nicht, und zwar genau für die mit IPv6-Anschluss. Bist du unsicher, lass den AAAA-Eintrag lieber weg.

CNAME: ein Verweis auf einen anderen Namen

Ein CNAME sagt: „Frag stattdessen bei diesem Namen nach.“ Typisch ist er für die www-Variante oder für Dienste wie Webshops und Baukästen:

www.beispiel.at.   CNAME  beispiel.at.
shop.beispiel.at.  CNAME  shops.myshopify.com.

Ein Name mit CNAME darf keine anderen Einträge haben. Deshalb geht ein CNAME für die Hauptdomain selbst (ohne www) bei den meisten Anbietern nicht.

MX: Wer empfängt deine E-Mails?

MX-Einträge nennen die Server, die E-Mails für deine Domain annehmen. Die Zahl davor ist die Priorität: Die kleinere wird zuerst versucht.

beispiel.at.       MX     10 mx1.mailanbieter.example.
beispiel.at.       MX     20 mx2.mailanbieter.example.

Beim Wechsel des E-Mail-Anbieters änderst du genau diese Einträge. Vergisst du alte Einträge, landet ein Teil der E-Mails beim früheren Anbieter.

TXT: Freitext für Nachweise und Regeln

TXT-Einträge enthalten Text. Sie werden für viele Zwecke verwendet:

  • SPF legt fest, wer E-Mails für dich versenden darf (v=spf1 …).
  • DMARC steht unter _dmarc und regelt den Umgang mit gefälschten E-Mails.
  • DKIM-Schlüssel stehen unter Namen wie selector._domainkey.
  • Bestätigungen für Google Search Console, Microsoft 365 und andere Dienste.

Mehr zu den E-Mail-Einträgen in SPF, DKIM und DMARC einrichten.

NS: Wer ist zuständig?

Die NS-Einträge nennen die Nameserver deiner Domain. Du änderst sie bei deinem Domain-Anbieter, wenn du die Verwaltung der Einträge woandershin verlegen willst, etwa zu Cloudflare.

CAA: Wer darf Zertifikate ausstellen?

Mit CAA legst du fest, welche Zertifizierungsstellen SSL-Zertifikate für deine Domain ausstellen dürfen. Das ist optional, schützt aber vor falsch ausgestellten Zertifikaten.

beispiel.at.       CAA    0 issue "letsencrypt.org"

Achtung: Setzt du einen CAA-Eintrag, muss auch der Anbieter deines aktuellen Zertifikats enthalten sein. Sonst schlägt die nächste Verlängerung fehl.

Warum Änderungen dauern

Jeder Eintrag hat eine TTL (Time to Live) in Sekunden. So lange dürfen Router, Internetanbieter und Computer die Antwort zwischenspeichern. Bei einer TTL von 3600 kann es also bis zu einer Stunde dauern, bis alle die neue Adresse sehen.

Tipp für einen geplanten Umzug: Setze die TTL einen Tag vorher auf 300 Sekunden. Dann geht die eigentliche Umstellung in wenigen Minuten durch. Danach kannst du sie wieder erhöhen.

Zeigt unser DNS-Check schon die neue Adresse, dein Computer aber noch die alte, liegt es am Zwischenspeicher bei dir. Ein Neustart des Routers hilft meist.

Typische Fehler beim Website-Umzug

  1. Nur beispiel.at umgestellt, www vergessen. Je nachdem, was Besucher eintippen, landen sie auf der alten oder neuen Seite.
  2. MX-Einträge beim Umzug gelöscht. Der neue Hoster übernimmt die Domain, und plötzlich kommen keine E-Mails mehr an.
  3. Nameserver gewechselt, ohne die Einträge zu übertragen. Mit dem Wechsel der Nameserver gelten nur noch die Einträge beim neuen Dienst.
  4. Alter AAAA-Eintrag vergessen. IPv6-Besucher landen weiterhin auf dem alten Server.

Prüf nach jeder Änderung mit dem DNS-Check, ob alle Einträge stimmen.