Phishing erkennen, so durchschaust du gefälschte E-Mails und Nachrichten
Gefälschte Rechnungen, Paket-SMS, angebliche Kontosperren. Die typischen Merkmale von Phishing, wie du Links prüfst und was du tust, wenn du schon geklickt hast.
Phishing ist der Versuch, dir über gefälschte Nachrichten Passwörter, Bankdaten oder Geld zu entlocken. Die Nachrichten sehen oft täuschend echt aus: mit Logo, korrektem Deutsch und der richtigen Anrede. Trotzdem verraten sie sich fast immer an denselben Stellen.
Die typischen Maschen
- Kontosperre: „Ihr Konto wurde eingeschränkt. Bestätigen Sie Ihre Daten innerhalb von 24 Stunden.“
- Paketzustellung: Eine SMS über ein Paket, für das angeblich noch Gebühren offen sind.
- Rechnung oder Mahnung: Eine angebliche Rechnung als Anhang oder Link, oft mit dringender Zahlungsfrist.
- Geänderte Bankverbindung: Ein „Lieferant“ teilt mit, dass sich seine Kontonummer geändert hat. Gerade bei Firmen geht es hier schnell um hohe Beträge.
- Chef-Betrug: Eine E-Mail scheinbar vom Geschäftsführer bittet um eine dringende, vertrauliche Überweisung.
- Familienmitglied in Not: „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer, ich brauche dringend Geld.“
Woran du Phishing erkennst
1. Zeitdruck und Drohung. Fristen von wenigen Stunden, angedrohte Sperren oder Kosten sollen verhindern, dass du nachdenkst. Echte Banken und Behörden arbeiten nicht so.
2. Der tatsächliche Absender. Der angezeigte Name kann alles sein. Klick oder tipp auf den Namen, um die echte Adresse zu sehen. „Sparkasse Kundenservice“ mit der Adresse info@kunden-sicherheit-24.com ist eine Fälschung.
3. Das Linkziel. Fahr am Computer mit der Maus über den Link, ohne zu klicken. Unten im Browser erscheint die echte Adresse. Am Handy hilft langes Drücken. Achte besonders auf den Teil direkt vor .at, .com oder .de:
| Adresse | Echt? |
|---|---|
https://www.post.at/sendungsverfolgung |
Ja, gehört zu post.at |
https://post.at.sendung-info.com/ |
Nein, gehört zu sendung-info.com |
https://www.p0st.at/ |
Nein, Null statt O |
4. Unerwartete Anhänge. Rechnungen von Firmen, bei denen du nichts bestellt hast, ZIP-Dateien oder Office-Dokumente, die dich auffordern, „Inhalte zu aktivieren“: nicht öffnen.
5. Abfrage von Daten, die der Absender schon hat. Deine Bank kennt deine Kontonummer. Niemand Seriöses fragt per E-Mail nach Passwörtern, TANs oder vollständigen Kartendaten.
Im Zweifel: über einen anderen Weg prüfen
Klick nicht auf den Link in der Nachricht. Öffne stattdessen die App des Dienstes oder tipp die bekannte Adresse selbst in den Browser. Gibt es wirklich ein Problem, siehst du es dort auch. Bei einer angeblich geänderten Bankverbindung rufst du den Lieferanten unter der Nummer an, die du schon kennst, nicht unter der aus der E-Mail.
Was tun, wenn du schon geklickt hast?
Nur den Link geöffnet, aber nichts eingegeben: Meist ist nichts passiert. Schließ die Seite und lass deinen Virenschutz das Gerät prüfen.
Passwort eingegeben:
- Ändere sofort das Passwort bei dem echten Dienst, und überall, wo du dasselbe Passwort verwendest.
- Schalte die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein.
- Prüfe in den Kontoeinstellungen, ob fremde Geräte angemeldet sind oder Weiterleitungen eingerichtet wurden, und entferne sie.
Bank- oder Kartendaten eingegeben:
- Ruf sofort deine Bank an und lass die Karte sperren. Die Sperrnummer findest du meist auf der Kartenrückseite und im Online-Banking.
- Kontrolliere deine Kontobewegungen in den nächsten Wochen genau.
- Erstatte Anzeige bei der Polizei, falls Geld abgebucht wurde.
Datei aus dem Anhang geöffnet: Trenn das Gerät vom Netzwerk und lass es von einer Fachperson prüfen. In einer Firma sofort die IT informieren.
Phishing mit deinem Firmennamen verhindern
Betrüger verschicken auch E-Mails mit gefälschtem Absender deiner eigenen Firma, etwa an deine Kunden. Mit SPF, DKIM und DMARC sorgst du dafür, dass die Mail-Server deiner Kunden solche Fälschungen erkennen und aussortieren. Ob deine Domain geschützt ist, zeigt der E-Mail-Sicherheits-Check, die Einrichtung erklärt SPF, DKIM und DMARC einrichten.
Passwort-Manager als Phishing-Schutz
Ein oft übersehener Vorteil eines Passwort-Managers: Er füllt Zugangsdaten nur auf der echten Website aus. Bietet er auf einer Seite, die genau wie deine Bank aussieht, keine Anmeldedaten an, ist das ein deutliches Warnsignal.