SSL-Zertifikat abgelaufen? So behebst du das Problem
Browser zeigen eine Sicherheitswarnung, weil das SSL-Zertifikat abgelaufen ist? Hier erfährst du, warum das passiert, wie du es schnell behebst und wie du es künftig verhinderst.
Statt deiner Website sehen Besucher eine ganzseitige Warnung: „Dies ist keine sichere Verbindung“. Die meisten klicken sofort weg. Der Grund ist fast immer derselbe: Das SSL-Zertifikat ist abgelaufen. Die gute Nachricht: Das lässt sich meist in wenigen Minuten beheben.
Was ein SSL-Zertifikat macht
Das Zertifikat ist eine Art digitaler Ausweis deiner Website. Es bestätigt dem Browser, dass er wirklich mit deinem Server spricht, und ermöglicht die verschlüsselte Verbindung, erkennbar an https:// und dem Schloss-Symbol. Jedes Zertifikat hat ein Ablaufdatum. Danach weigern sich Browser, ihm zu vertrauen.
Schritt 1: Prüfen, was genau los ist
Gib deine Domain in unseren SSL-Check ein. Du siehst sofort:
- ob das Zertifikat abgelaufen ist und seit wann,
- wer es ausgestellt hat (zum Beispiel Let’s Encrypt oder ein kommerzieller Anbieter),
- für welche Domains es gilt.
Nicht jede Warnung bedeutet ein abgelaufenes Zertifikat. Gilt es zum Beispiel nur für beispiel.at, aber nicht für www.beispiel.at, sehen Besucher die Warnung nur auf der www-Variante. Fehlt ein Zwischenzertifikat, funktioniert die Seite am Computer, am Handy aber nicht.
Schritt 2: Zertifikat erneuern
Wie du das Zertifikat erneuerst, hängt davon ab, wo deine Website liegt.
Bei einem Webhosting-Paket (zum Beispiel bei World4You, easyname, IONOS, Strato oder all-inkl): Meist gibt es im Kundenbereich einen Menüpunkt „SSL“ oder „Zertifikate“. Dort kannst du ein kostenloses Let’s-Encrypt-Zertifikat aktivieren oder ein bestehendes erneuern. Ist die automatische Verlängerung abgeschaltet, schalte sie gleich mit ein.
Bei einem eigenen Server: Läuft dort Certbot, erneuerst du mit sudo certbot renew und startest danach den Webserver neu. Schlägt die Erneuerung fehl, steht der Grund in der Ausgabe. Meistens zeigt die Domain nicht mehr auf diesen Server oder Port 80 ist durch die Firewall gesperrt. Bei Plattformen wie Coolify, Plesk oder cPanel passiert das über die Oberfläche.
Bei einem Baukasten wie Wix, Jimdo oder Squarespace kümmert sich der Anbieter um das Zertifikat. Ist es trotzdem abgelaufen, stimmt meist die Verbindung zwischen Domain und Baukasten nicht mehr. Hier hilft der Support.
Bei einem gekauften Zertifikat: Kommerzielle Zertifikate musst du beim Anbieter neu bestellen und auf dem Server einspielen. Für die meisten kleinen Websites ist das nicht nötig. Ein kostenloses Zertifikat von Let’s Encrypt verschlüsselt genauso gut.
Nach der Erneuerung prüfst du mit dem SSL-Check noch einmal. Zeigt dein Browser weiterhin eine Warnung, leere den Cache oder öffne ein privates Fenster.
Warum das künftig öfter passieren kann
Die großen Browser-Hersteller und die Zertifizierungsstellen haben im CA/Browser Forum beschlossen, die Laufzeit von Zertifikaten schrittweise zu verkürzen:
| Ab | Maximale Laufzeit |
|---|---|
| März 2026 | 200 Tage |
| März 2027 | 100 Tage |
| März 2029 | 47 Tage |
Wer bisher einmal im Jahr ein Zertifikat von Hand erneuert hat, müsste das bald fast jeden Monat tun. Das ist nur mit automatischer Verlängerung praktikabel. Let’s-Encrypt-Zertifikate laufen schon heute nur 90 Tage und werden normalerweise automatisch erneuert.
So verhinderst du es dauerhaft
- Automatische Verlängerung aktivieren und nach jedem Server-Umzug kontrollieren, ob sie noch funktioniert.
- Eine Erinnerung einrichten. Ein Monitoring-Dienst prüft das Zertifikat täglich und warnt dich, sobald es weniger als zwei Wochen gültig ist. Mehr dazu in Website überwachen lassen.
- Alle Varianten abdecken. Das Zertifikat sollte für die Domain mit und ohne
wwwgelten.
Ein abgelaufenes Zertifikat ist kein Sicherheitsleck. Die Daten auf deinem Server sind nicht in Gefahr. Es ist aber ein Vertrauensproblem: Besucher sehen eine Warnung und gehen.